ein Travel und Foodblog rund um Großbritannien

Biscuit oder Cookie – ein kleiner aber feiner Unterschied (Rezept inklusive)

Biscuit oder Cookie – ein kleiner aber feiner Unterschied (Rezept inklusive)

Sicher ist jeder von uns schon einmal über die verschiedenen Begriffe „Cookie“ und „Biscuit“ gestolpert. Ich versuche heute, den Unterschied zu entschlüsseln und bringe direkt ein tolles Rezept mit!

Seid Ihr schon einmal in einem englischen Supermarkt gewesen, egal, ob es sich nun um Waitrose, Tesco oder Sainsbury’s handelt? Nun, dann kennt Ihr sicher auch die Größe der Gebäckabteilung, die nicht mit deutschen Supermärkten vergleichbar sind. Da gibt es alles für Klein bis Groß – das typische Shortbread von Walkers im edlen roten Papier oder die sogenannten McVitie’s Digestives. Die wurden 1839 ursprünglich von schottischen Ärzten entwickelt, um die Verdauung zu fördern. Das soll am hohen Anteil von Backpulver liegen, wobei das Originalrezept so geheim wie beliebt ist. Aber auch der Fruit Shortcake oder die Hobnobs lassen sich hervorragend im Afternoon Tea tunken und genießen. Eine Auswahl typisch englischer Biscuits findet Ihr zum Beispiel im Online Shop von „Michelles Specialities“.

Für mich, als absoluter Keks-Fan, ist das ein wahres Paradies. Und genauso backe ich gerne meine Kekse selbst und habe Euch natürlich heute ein einfaches Rezept mitgebracht. Aber zuerst wollen wir uns mal die Begriffe rund um das Thema ansehen, denn das scheint komplizierter als es scheint.

Wir alle haben eine Ahnung davon, wie sehr sich britisches und amerikanisches Englisches voneinander unterscheiden kann. Ein sehr einfaches Beispiel ist zum Beispiel das Wort „Fußball“. Im britischen Englisch als „Football“ bekannt, trägt es in Amerika den Namen „Soccer“. Und während man nach einem guten Restaurantbesuch in Großbritannien am Ende nach der „Bill“ fragt, ist es im Amerikanischen der „Check“. Und so ist das auch ein wenig mit dem Begriff „Cookie“, das beinahe eingedeutscht ist, als auch dem „Biscuit“. Alles das Gleiche, sagt ihr jetzt? Oh Nein, mitnichten!

 

Der Biscuit

Ich habe dazu mal ins Oxford English Dictionary (OED) geschaut. Dort finden wir unter dem Wort „Biscuit“ folgende Erklärung: „Der Biscuit ist ein kleiner gebackener Kuchen, der in der Regel flach, knusprig und süß ist.“ Ursprünglich soll er vom lateinischen Namen biscotum kommen, das rein übersetzt „zweimal gebacken“ bedeutet und eigentlich ein Brot ist, das aufgrund der Haltbarmachung zweimal gebacken wurde. Und tatsächlich folgen die englischen Biscuits dieser Definition und sind meistens knusprig und hart – und lassen sich so wunderbar in den Tea tauchen. Die Amerikaner dagegen verstehen unter einem Biscuit eher ein Gebäckstück, das weich, rund und nicht süß ist und eher an die englischen Scones erinnert.

 

Biscuit aus Großbritannien
Foto: Pixabay

 

Der Cookie

Ihr seid noch bei mir? Dann schauen wir einmal, was denn nun das Oxford English Dictionary (OED) zum Wort Cookie sagt, das vor allem in Nordamerika für den Keks verwendet wird. „Der Cookie ist ein weicher, fast saftig süßer Keks.“ In der englischen Sprache verbindet man häufig das Wort „chewy“ damit. Der Cookie ist zwar gebacken, aber von innen eben so weich, dass man länger darauf „herumkauen“ muss. Und tja, in Schottland, da steht der Begriff „Cookie“ laut Lexikon für den sogenannten „Bun“ – und hat eher Brotähnlichen Charakter. Man glaubt übrigens zu wissen, dass der Begriff aus dem Niederländischen des 18. Jahrhunderts kommt. Dort heißen Kekse immerhin „Koekjes“, was so viel wie kleiner Kuchen bedeutet. Und tatsächlich haben auch dort die Kekse einen eher weichen Kern.

Für die Briten und auch für die uns sind die Cookies sehr große, runde Kekse, die sich in allen möglichen Variationen backen lassen – und die es natürlich auch in Großbritannien gibt.

 

keks
Foto: Pixabay

 

Vielleicht noch ein Wort zum deutschen Begriff „Keks“ oder „Plätzchen“ – die Briten lieben vor allem unser traditionelles Weihnachtsgebäck. Deutsche Kekse laufen in Großbritannien aber unter der Bezeichnung Sponge Cake. Übrigens: Das Rezept zu den Baiserstangen gibt es aktuell noch auf meiner alten Webseite www.backmitliebe.de.

 

Plätzchen mit Haselnuss
Haselnuss-Baiser. Foto: Simone Orlik

 


Cookies mit weisser und dunkler Schokolade

 

Cookie mit Schokolade
Cookie mit Schokolade. Foto: Simone Orlik

 

Zutaten

  • 115 g zimmerwarme Butter
  • 115 g Muscovado Zucker (alternativ brauner Rohrzucker)
  • 2 Eier
  • 1 Päckchen Vanillezucker Bourbon
  • 170 g Mehl und 1/2 Päckchen Backpulver
  • 100 g Haferflocken
  • 115 g dunkle Schokolade
  • 115 g weiße Schokolade
  • Dunkle oder helle Kuvertüre
  • Smarties oder bunte Streusel

Zubereitung

  • Den Ofen auf 150 Grad Umluft vorheizen
  • Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen
  • Mixe die Butter, den Zucker, den Vanillezucker und die Eier gründlich in einer Schüssel, bis eine dicke Masse entsteht.
  • Siebe das Mehl und Backpulver über die Masse und verrühre alles vorsichtig mit einem Holzstab.
  • Gebe die Haferflocken dazu und vermische auch sie in der Masse.
  • Hacke die dunkle und weiße Schokolade in grobe Stücke und gib sie zu der Masse.
  • Mit zwei Teelöffeln kannst Du nun auf den Backblechen kleine Häufchen machen, so dass sich rund 18 – 20 Stück ergeben. Zwischen den Teighäufchen sollte immer ein wenig Platz sein, weil die Kekse etwas auseinanderlaufen.
  • Schieb alles in den Ofen und lasse die Kekse rund 15 Minuten backen. Aber Achtung: Jeder Ofen ist anders. Mein Ofen erhitzt sehr gut und so waren die Cookies bei mir schon nach sieben Minuten fertig. Wenn sie von oben braun werden, sind sie auf jeden Fall fertig.
  • Auf dem Backblech auskühlen lassen.
  • Währenddessen Schokolade im Wasserbad oder einem kleinen Schokoladenfondue schmelzen lassen. Kekse mit einem Löffel in Streifen mit der Schokolade überziehen. Sofort Smarties oder Streusel lose darauf verteilen. Sind die Kekse für Erwachsene, lässt man die Smarties weg oder ersetzt sie zum Beispiel durch Krokant.

Egal, ob Biscuit, Cookie oder Plätzchen. Seid Ihr auch so Keksfans wie ich? Schreibt mir oder schickt mir Eure Lieblingsrezepte!

In diesem Sine: Passt gut auf Euch auf und bleibt gesund.
Eure Simone

 

Kekse aus Deutschland



5 thoughts on “Biscuit oder Cookie – ein kleiner aber feiner Unterschied (Rezept inklusive)”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.