Großbritannien-Urlaub nach dem Brexit – Diese Änderungen gelten ab 2021

Großbritannien-Urlaub nach dem Brexit – Diese Änderungen gelten ab 2021

Seit Anfang 2021 ist die Brexit-Übergangsfrist verstrichen und EU sowie Großbritannien haben sich in letzter Minute auf ein Handels- und Partnerschaftsabkommen geeinigt. Wer für Großbritannien nun einen Urlaub plant, sollte sich auf diverse Änderungen einstellen. Meine Bitte: Wie vieles rund um den Brexit ist dies der Status Quo von Januar 2021. Im Laufe des Jahres können sich durchaus noch Änderungen ergeben. Deswegen vorab bei relevanten Fragen nochmal gezielt informieren.


Reisepass löst Personalausweis ab

Bis zum 31. September 2021 reicht Bürgern der EU-Länder, aus Liechtenstein, Norwegen, Island und der Schweiz der bisherige Personalausweis. Danach, nämlich zum 1. Oktober 2021, ist ein gültiger Reisepass erforderlich. Das gilt übrigen auch für Sprachreisen für Kinder und Jugendliche. Der Reisepass wird in der Regel einfach und unkompliziert vom Bürgeramt der eigenen Gemeinde ausgestellt. Die Kosten erfragt man bei der zuständigen Gemeinde. Tipp: Aufgrund der aktuellen Corona-Lage sollte man genügend Zeit für die Beantragung einplanen.

Für Kurzzeitaufenthalte, zum Beispiel für einen Urlaub, ist kein Visum erforderlich. Dauert der Aufenthalt länger als sechs Monate, ist ein Visum zwingend nötig. In Großbritannien formlos zu arbeiten oder sich dort niederzulassen, ist nicht mehr erlaubt.

Ausnahme laut Europäischer Verbraucherzentrale: Wer über einen „settled“ oder „pre-settled“-Status verfügt, Grenzgänger oder ein „S2-Healthcare-Visitor“ ist, kann seinen Personalausweis auch noch bis 31. Dezember 2025 zur Einreise nutzen.


Grenzkontrollen

Großbritannien ist niemals dem Schengener Abkommen beigetreten und als Reisender wurde man an den Grenzen bislang schon kontrolliert. Das ändert sich auch in der Zukunft nicht.

Wer mit dem Auto über Fähre oder Eurotunnel nach Großbritannien einreist, sollte etwas mehr Zeit einplanen. Denn voraussichtlich werden die Kontrollen etwas intensiver. Ist beispielsweise nicht klar, dass es sich um eine typische Urlaubreise handelt, könnte es sein, dass Beamte nach dem Grund der Reise, dem Ziel oder dem Rückreisetermin fragen. Mein Tipp: Am besten das Rückreisedokument bereithalten, um etwas bei Bedarf vorzeigen zu können.


Einreise mit dem Haustier nach Großbritannien

Für EU-Reisende nach Großbritannien haben sich die Regeln wenig verändert. Ein in der EU ausgestellter gültiger Haustierpass ist weiterhin für die Einreise nach GB gültig.

Bevor man nach GB mit seinem Hund einreist, müssen weiterhin folgende Dinge geklärt sein:

  • Der Hund hat einen Mikrochip
  • Der Hund ist gegen Tollwut geimpft. Euer Tierarzt muss nachweisen, dass Euer Haustier mindestens 12 Wochen alt ist, bevor es geimpft wurde.
  • Reisende aus der EU mit Haustieren müssen 21 Tage nach der Erstimpfung warten, bevor sie nach GB reisen.
  • Ihr Hund muss beim Tierarzt eine zugelassene Bandwurmbehandlung erhalten, und zwar mindestens 24 Stunden und höchstens 120 Stunden (5 Tage) vor der Einreise. Die Impfung muss durch den Tierarzt im Ausweis eingetragen sein.

Bei der Einreise nach Großbritannien werden die Daten sowie der Mikrochip am Hund gecheckt. Am Eurotunnel steht dafür sogar ein gesonderter Check-in zur Verfügung.

Übrigens: Mit mehr als fünf Tieren darf man nicht nach GB einreisen. Einige Ausnahmen gibt es, die ihr auf den Seiten der britischen Regierung findet.


Darf ich mit einem deutschen Führerschein ein Auto in Großbritannien anmieten?

Ob eigenes Auto oder Miet- PKW: In Großbritannien reicht weiterhin der deutsche Führerschein. Experten raten allerdings, neben den üblichen Papieren auch die „grüne Versicherungskarte“ einzupacken. Im Fall einer Kontrolle belegt man damit, dass man eine Haftpflichtversicherung besitzt. Ansonsten droht laut britischen Regierungsseiten eine Geldstrafe oder eine Beschlagnahmung des Pkw.


Im Krankheitsfall

Ob die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) sowie die Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) bei vorübergehenden Aufenthalten, zum Beispiel für Urlaube, im Vereinigten Königreich nach dem 1. Januar 2021 im bisherigen Format ihre Gültigkeit behält, hängt von Krankenkasse zu Krankenkasse ab.

Mit der EHIC konnte man bisher in Notfällen und bei nicht geplanten Behandlungen zum Arzt gehen und erhielt die gleichen Leistungen wie Einheimische. Laut britischer Regierungsseite ist dies auch jetzt noch möglich. Doch ob die Kosten für die medizinisch notwendige Versorgung weiter die Krankenkasse trägt, kann nun von Krankenkasse zu Krankenkasse variieren. Lassen Sie sich deswegen vor Reiseantritt bei Ihrer zuständigen Kasse beraten.

Wer auf der sicheren Seite sein will, schließt am besten eine Auslandsreise-Krankenversicherung ab, die über die üblichen Notfallbehandlungen und Unfälle hinausgeht. So ist man auch im Krankheitsfall sicher, wenn sich im Laufe des Jahres weitere Änderungen ergeben. Weitere Auskünfte gibt die britische Regierung auf ihrer Webseite: https://www.gov.uk/guidance/healthcare-for-eu-and-efta-citizens-visiting-the-uk#medically-necessary-treatment


Roaming-Gebühren im Vereinigten Königreich

Die Europäische Union hat die Roaming-Gebühren für mobiles Telefonieren und Surfen innerhalb der EU abgeschafft. Telefonieren, SMS versenden und Surfen kostet im EU-Ausland genau so viel wie zu Hause. Diese Regelung entfällt für Großbritannien nach dem 31. Dezember 2020.

Weil aber viele deutsche Netzbetreiber Roaming-Verträge mit britischen Netzbetreibern haben, könnte es sein, dass sich erst einmal wenig ändert und keine zusätzlichen Roaming-Gebühren anfallen.

Unser Tipp: In jedem Fall bei Ihrem deutschen Provider nachfragen, wie die aktuellen Regelungen sind. So erleben Sie nach Ihrem Urlaub keine bösen Überraschungen.


1 thought on “Großbritannien-Urlaub nach dem Brexit – Diese Änderungen gelten ab 2021”

  • Vielen Dank für deine tolle Zusammenstellung! Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder nach Großbritannien reisen können. Im letzten Jahr sind London und Schottland für uns (wie für viele andere auch) ausgefallen. In diesem Jahr glaube ich auch nicht dran, aber ab 2022 habe ich Hoffnung, dass Reisen auf die Insel wieder möglich sind. 🙂

    Liebe Grüße
    Steffi

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