ein Travel und Foodblog rund um Großbritannien

Bottom to top: Zu Fuss durch Grossbritannien – ein Spendenlauf

Bottom to top: Zu Fuss durch Grossbritannien – ein Spendenlauf

Manchmal bietet das Leben uns Menschen ganz besondere Anlässe. Und so ist es auch im Fall meines Onkels Neil auf englischer Seite, der von dieser Woche an für einen Spendenlauf von Süden nach Norden durch Großbritannien wandert – und viel Unterstützung braucht.

Zugegeben: Durch Großbritannien zu wandern, hat an sich schon seinen Reiz. Die unendlichen Weiten des Landes lassen viele Momente zu, um mit der Natur auf Tuchfühlung zu gehen und sich selbst kennenzulernen. Doch bei Neil, meinem quasi Schwiegeronkel auf englischer Seite, kommt eine Aufgabe hinzu, die mich eine solche Wanderung nochmal aus anderen Augen betrachten lässt. Denn er geht zu Fuß: 1.900 Kilometer.

Die Geschichte hinter dem Spendelauf

Nach einem langen Kampf gegen Brustkrebs verlor Neils geliebte Frau Linda und Mutter zweier Söhne 2007 ihr Leben und starb im Sobell House Hospiz in Oxford. Wir vermissen sie und ihr gut gelauntes, liebevolles Wesen bis heute alle sehr. Um für sich alleine zu sein und zur Ruhe zu kommen, verbrachte Neil eine Zeit in Cornwall, immerhin das Zuhause und die Heimat seiner Frau. Und dort entstand der Gedanke, einen Spendenlauf zu organisieren, einfach deswegen, um Menschen und Institutionen, die im Kampf gegen Krebs helfen, etwas zurückzugeben.

Neil entschloss sich 2008, an Land und zu Wasser von John O’Groats nach Land’s End zu reisen – mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Kanu und dem Kajak. Während dieser Reise sammelte er Spenden für das Hospiz und Cancer Research UK.  Auf seiner damaligen Webseite „Ride.Stride.Glide“ lässt sich Neils Reise übrigens nochmal nachlesen.

 

Neil und Lina – eine Aufnahme aus früheren, glücklichen Zeiten.

 

1.900 Kilometer zu Fuss durch Grossbritannien – Neils zweiter Spendenlauf

Jetzt, zehn Jahre später, unternimmt Neil, der Mitte sechzig ist, einen neuen Anlauf, der in mir alleine beim Gedanken daran Ehrfurcht einflößt. Denn in diesen Sommer macht er sich erneut an einen Spendenlauf – dieses Mal sammelt er das Geld direkt für das Sobell House Hospice, in dem Linda starb. Der Unterschied zu damals: Er wird alles zu Fuß gehen!

Neil startet von The Lizard, immerhin dem südlichsten Punkt Englands, um von dort nach Cape Wrath im Nordwesten Schottlands zu wandern – 1.900 Kilometer und 52.000 Höhenmeter liegen vor ihm. Am 28. Juli startet Neil auf seinen Trip und kommt hoffentlich irgendwann im Oktober wohlbehalten in Schottland an. Auf seinem neuen Blog „Bottomtotop“ findet ihr alles Wissenswerte über seine Tour, wo er gerade ist, was er erlebt und besichtigt und wie es ihm geht. Neil hat versprochen, immer wieder aus dem Off zu posten und auch Bilder einzustellen. Man darf also gespannt sein, was wir alles zu sehen bekommen. Ich werde versuchen, euch einmal in der Woche ein kurzes Update auf meiner Facebookseite zu geben.

 

Wandern in den Bergen
Monatelange Planung und Training in verschiedenen Ländern steht vor dem zweiten Spendenlauf.

 

Wie verläuft die Route durch Grossbritannien?

Neils Route ist so geplant, dass sie die sechs Fernstrecken in Großbritannien miteinander verbindet: Der South West Coastal Footpath, der Offa’s Dyke, der Pennine Way, der Southern Upland Way, der West Highland Way und der Cape Wrath Trail, der wohl härteste aller britischen Wege. Wie die einzelnen Etappen genau aussehen, werden wir in den kommenden Tagen und Wochen erfahren. Wer die Wanderwege im Einzelnen nicht kennt: Ich stelle sie in aller Kürze hier vor.

Abschnitt 1: Der South West Coastal Footpath

Der Fernwanderweg im Süden Englands ist mit 630 Meilen der längste und auch bei Touristen vermutlich bekannteste Wanderweg, der entlang der Küsten von Cornwall und Devon verläuft. Viele der Wegstrecken, durch die der Pfad führt, sind Nationalparks oder Heritage Coasts – zum Beispiel die Jurassic Coast, die 2001 zum UNESCO Welterbe erklärt wurde.

 

Sennen Cove, Penzance, Cornwall, Vereinigtes Königreich
Sennen Cove, Penzance, Cornwall

 

Abschnitt 2: Offa`s Dyke Path

Der 284 Kilometer lange Offa’s Dyke Path verläuft entlang der englisch-walisischen Grenze und führt zum Beispiel durch die Black Mountains. Erfahrene Wanderer können den Jahrhunderte alten Weg in rund zwei Wochen laufen und auf der Strecke viele Sehenswürdigkeiten erleben. Für Neil ist der Sommer vermutlich auch hier die beste Wanderzeit.

Abschnitt 3: The Pennine Way

Ebenfalls einer der beliebtesten Wege ist der Pennine Way, der mit rund 430 Kilometern durch den Peak District, die Yorkshire Dales und den Northsumberland National Park führt – er beginnt in Edale in Derbyshire und endet kurz hinter der Grenze zu Schottland in Kirk Yetholm. Einfach ist der hügelige Wanderweg nicht zu laufen, denn er führt zu großen durch wenig besiedeltes Gebiet. Dafür ist der Weg mit seinen schier endlosen Weiten, hohen Wasserfällen und unberührten Natur einfach wunderschön.

 

Landschaft in Yorkshire

 

Abschnitt 4: The Southern Upland Way

Der längste schottische Wanderweg führt von Portpatrick an Schottlands Westküste nach Cockburnspath an der Ostküste – mit einer Länge 337,6 Kilometer. Auch wenn einige der Abschnitte durchaus von Familien gelaufen werden können, ist der Weg etwas für erfahrene Wanderer. Zwar gibt es auf dem Weg keine Berge über 3000 ft (914 Meter). Aber mehr als 80 Berge erreichen 2000 ft, was immerhin 610 Höhenmeter sind. Man hat auf der langen Strecke also einige Höhenmeter zu überwinden. Das hört sich für deutsche Verhältnisse nach nicht viel an. Wer Großbritannien und seine Bergwelt aber kennt, weiß, dass man im Bergwandern hier erfahren sein sollte. Denn die klimatischen Bedingungen lassen sich kaum vergleichen.

 

 

Abschnitt 5: The West Highland Way

Der West Highland Way erstreckt sich über 154 Kilometer von Milngavie nach Fort William und bietet eine große Vielfalt an Landschaften, von Naturparks bis hin zu Seeufern, offenen Mooren bis hin zu steilen Bergen. Berühmt ist zum Beispiel Schottlands größter Süßwassersee Loch Lomond. Viele Wanderer laufen den berühmten Berg Ben Nevis – 1345 Meter hoch und damit der höchste Berg Schottlands – als Highlight mit. Wer sich gerne einmal einlesen möchte, kann das tun: Schottland: West Highland Way (Der Weg ist das Ziel)

Abschnitt 6: The Cape Wrath Trail

Der letzte Wanderabschnitt Cape Wrath Trail ist 320 km langer Weg – und der härteste aller Wanderungen, wie mir mehrere Personen erzählen. Es geht auf dem Weg durch die nordwestlichen schottischen Highlands von Fort William bis nach Cape Wrath im Nordwesten. Die Herausforderung dieses Weges: Einen tatsächlichen Weg gibt es hier nicht. Man muss sich entweder gut im Gelände auskennen (was nicht sonderlich einfach ist) oder mit GPS und Karten gut ausgestattet sein. Dazu kommen das raue Wetter und die nassen Sümpfe. Ich bin sehr gespannt, wie es Neil dort ergehen wird.

Neil bittet um Unterstützung – so könnt ihr helfen!

Neil wird den größten Teil seiner Wanderung alleine machen – an ausgewählten Abschnitten werden ihn einige Freunde oder Familienmitglieder unterstützen. Und vor allem im letzten Abschnitt in Schottlands Norden wird er von einem Reiseführer begleitet. Denn der letzte Weg verläuft durch weitestgehend menschenleere Regionen und Felder statt ausgemachten Wanderwegen. Neil freut sich natürlich über jede Unterstützung – entweder über Kommentare und Motivationen, aber auch über die eine oder andere Spende für das Hospiz, in dem Linda in Oxford starb. Dazu hat Neil eine JustGiving-Website unter http://www.justgiving.com/fundraising/neil-jordan4 eingerichtet. Vielleicht habt ihr Lust, irgendwann während seiner Reise ihn mit einem Beitrag zu unterstützen. Ihr leistet damit einen großartigen Beitrag zur Arbeit der Arbeit des Hospiz Sobell House in Oxford.

 

Matterhorn
Neil auf seinem Sommertrip am Matterhorn.

 

Das war es heute von mir. Was denkt ihr über diesen Spendenlauf? Scheibt mir gerne in die Kommentare!

Eure Simone



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.