Teeschmuck: Im Gespräch mit Lea Katharina Honig von der Goldschmiede Nordsee aus Jever

Teeschmuck: Im Gespräch mit Lea Katharina Honig von der Goldschmiede Nordsee aus Jever

Ihr seid leidenschaftliche Teetrinker? Dann solltet ihr Goldschmiedin Lea Katharina Honig von der Goldschmiede Nordsee in Jever kennenlernen, die Anhänger und Ringe in Form von Teetassen herstellt.

Die Corona-Pandemie hält uns mit all den damit verbundenen Einschränkungen weiter fest im Griff. Weder Reisen nach Großbritannien noch innerhalb Deutschlands scheinen in nächster Zukunft möglich. Und immer mehr Geschäfte leiden unter den Einschränkungen. Ein wenig so geht es auch Goldschmiedin Lea, die zusammen mit einer Auszubildenden eine Goldschmiede im norddeutschen Jever führt. Eigentlich freut sie sich jeden Tag über Touristen, die in ihrem liebevoll eingerichteten Ladengeschäft stöbern und als Erinnerung an wunderschöne Urlaube das eine oder andere Schmuckstück mitnehmen. Doch derzeit fehlen die Touristen.

Weil mich Lea mit ihren Ohrringen, Anhängern oder Ringen in Form von Teetassen, königlichen Ornamenten oder Honigbienen beeindruckt hat, möchte ich heute die Chance nutzen, sie euch vorzustellen und habe ein Gespräch mit ihr geführt.


T&S: Liebe Lea, Danke, dass du dir heute Zeit für unser Gespräch nimmst. Vielleicht magst du ein wenig über dich, deine Goldschmiede und dein Ladengeschäft erzählen?

Lea: Ich lebe an der Küste in Jever im wunderschönen Friesland, wo andere Urlaub machen. Ich bin verheiratet, habe ein Haus und einen Garten, in dem ich gerne pflanze, umgestalte und dekoriere. Ich bin Hunde- und Katerbesitzerin. Meine Dalamtinerhündin heißt Alba, was ein alter Name für Schottland ist, meine Kater heißen Mattes und Emil. Ich bin Landfrau und Imkerin, ich liebe es bunt und anders und bin eigentlich immer in guter Laune!

Ich bin aus Leidenschaft Goldschmiedin. Meinen Betrieb findet man seit fünf Jahren in der Altstadt in Jever, davor war ich zehn Jahre in Wilhelmshaven. Dieses Jahr steht also mein 15-jähriges Jubiläum an. Ich bilde aus und habe jetzt schon meine dritte Auszubildende. Und weil ich gerade nicht öffnen kann, findet man mich und meinen Schmuck auf Etsy unter dem Namen GoldschmiedeNordsee.


Die Goldschmiede in Jever. Foto: Goldschmiede Nordsee


T&S: Wie bist du zum Goldschmieden gekommen? 

Lea: Mein Großvater und mein Vater sind Schlosser und hatten zu Hause ihren Betrieb. Schon als Kind habe ich bei meinem Vater eher an der Werkbank gestanden, anstatt mit Puppen zu spielen. Nach meinem Abitur habe ich erst einmal ein Studium angefangen, dann aber gemerkt, wie sehr mir die praktische Tätigkeit fehlt. Eines Tages kam ich an einer Goldschmiede vorbei und da wusste ich sofort, dass ich das machen wollte.


Cosy: Die Goldschmiede heißt ihre Gäste in Zeiten ohne Corona herzlich willkommen. Derzeit findet man interessanten Schmuck im Etsy-Shop oder auf der Webseite. Foto: Goldschmiede Nordsee


T&S: Was macht dich als Goldschmiedin besonders?

Lea: Ich fertige Einzelstücke und kleine Kollektionen, die zum Beispiel maritim gestaltet sind, Teeschmuck oder Motive, die mit Honig zu tun haben. In jedem der Stücke steckt jede Menge Herzblut und bei manchen Stücken muss ich mich selbst überreden, dass ich sie auch ins Fenster lege.

Mich begeistert immer wieder die Kreativität, die ich mit dem Handwerk verbinden kann, alte Traditionen (teilweise geht die Schmuckgeschichte bis zu 5000 Jahre zurück) und neue Ideen miteinander zu verbinden. Schon während der Ausbildung habe ich Bücher verschlungen und mich über die Geschichte informiert, da konnte ich gar nicht genug von bekommen. Deswegen verbinde ich gerne alten Techniken mit neuen Entwürfen und probiere aus.

Mittlerweile habe ich auch „Erinnerungsschmuck“, zum Beispiel mit Haaren verstorbener Tiere oder persönliche Andenken, die ich dann einarbeite. Ansonsten mag ich sehr gerne Schmuck, der den regionalen Bezug hat. So sind auch meine maritime Kollektion und der Teeschmuck entstanden. Als ich mit dem Imkern angefangen habe, kam noch der Honigschmuck dazu. Das musste einfach sein.


T&S: Was sind deine drei Lieblingsmotive?

Lea: Auf drei Motive kann ich mich gar nicht wirklich festlegen, denn in allem steckt mein Herzblut. Aber ich habe bei vielen Stücken noch die Geschichten im Kopf, die mir meine Kunden erzählen. Das rührt einen immer wieder auf Neue! Ob es ein Anhänger für die Frau zur Geburt des Kindes ist, ein Geschenk für die Tochter, die ins Ausland geht, die persönlichen Worte des Partners in den Trauringen, die man erst an der Hochzeit zu lesen bekommt, oder ein Stein, der aus dem Urlaub mitgebracht und eingearbeitet wird, oder der Kiesel, den man als Kind am Strand gefunden hat und in einen Kettenanhänger gearbeitet wird. Darüber könnte ich ein Buch schreiben. Manche Stücke, die ich für die Auslage anfertige, haben übrigens keinen Entwurf. Da beginne ich einfach und es entsteht ein völlig kreatives Stück.