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Eurotunnel oder Fähre nach Großbritannien? – Wir machen den Vergleich

Eurotunnel oder Fähre nach Großbritannien? – Wir machen den Vergleich

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Ab auf die Insel! Wer nach Großbritannien mit dem Auto reisen möchte, steht vor einer grundsätzlichen Frage: Eurotunnel oder Fähre? Dieser Artikel soll euch die Entscheidung etwas einfacher machen. Für euch vergleichen wir die Anreise zu den Terminals und erklären, wie viel Zeit und wie viel Geld ihr für eine Über- bzw. Unterfahrt einplanen solltet. Außerdem lohnt sich ein Blick auf den Reisekomfort und darauf, wie tauglich die beiden Transportwege bezüglich eurer Vierbeiner sind. Schon jetzt sei gesagt: Es gibt nicht den einen idealen Reiseweg. Am Ende wird es Geschmackssache sein und davon abhängen, was euch auf einer Fahrt nach Großbritannien am wichtigsten ist.

 

Der Eurotunnel

Wusstet ihr, dass der Eurotunnel zu den sieben architektonischen Weltwundern der Moderne gehört? Damit steht er in einer Reihe mit der Golden Gate Bridge in San Francisco und dem Empire State Building in New York. Guckt man sich die beeindruckenden Zahlen an, verwundert das keineswegs. Der Eurotunnel ist ein Eisenbahntunnel, der Frankreich mit Südengland verbindet. Seine 50,45 Kilometer verlaufen zwischen Coquelles bei Calais und Folkstone ein kleines Stück westlich von Dover. Über den Tunnel erreichen Züge wie der „Eurostar“, der motorisierte Kraftverkehr und auch Fahrräder die andere Seite. Möchtet ihr also mit dem Auto nach Großbritannien reisen, bringt euch der Eurotunnel sicher unter dem Ärmelkanal hindurch.

 

So sieht der Eurotunnel aus
Zeichnung des Eurotunnel-Innenbaus.

 

Die Fähren

Salzige Luft, eine steife Brise, von Weitem leuchten die Kreidefelsen von Dover. Dieses Erlebnis erwartet euch, wenn ihr mit der Fähre nach Großbritannien übersetzt. Fast jedes europäische Land, das eine Küste zur Nordsee hat, betreibt Fährverbindungen zum Vereinigten Königreich. Die beliebtesten Häfen liegen in den Niederlanden, in Belgien und Frankreich. Die Zielorte sind dabei häufig unterschiedlich. Es bestehen Verbindungen nach Südengland, bis nach Yorkshire und sogar bis Schottland. Die kürzeste Route verbindet Calais (F) und Dover (UK). Doch gerade wenn ihr mit dem Auto anreist, ist es vielleicht eine Überlegung wert, Dünkirchen (F) als Ablegeort zu wählen. Das kleine Hafenstädtchen liegt ca. 35 Kilometer näher an der deutschen Grenze als das benachbarte Calais.

 

Eurotunnel oder Fähre

 

Eurotunnel oder Fähre: Die Anreise zu den Terminals

Den Eurotunnel erreicht ihr in Frankreich über die A16 (F), Ausfahrt 42. So gelangt ihr direkt zum Terminal, wo die Passkontrolle und der Check-In ablaufen. Bereits gut 50 Kilometer vor der Abfahrt, weisen euch die Autobahnschilder mit der Aufschrift „Tunnel sous la Manche“ (dt. Tunnel unter dem Ärmel) den Weg. Ihr könnt euer Ziel nicht verfehlen. Ein Pluspunkt: Wollt ihr durch den Tunnel nach Großbritannien reisen, erspart ihr euch Recherchezeit, wo denn nun der für euch beste Abfahrtsort ist. Es gibt nur einen!

Bei der Wahl des perfekten Fährhafens sieht es etwas anders aus: Calais (F), Dünkirchen (F), Zeebrügge (B) oder Hoek van Holland (NL)? Zieht vor der Entscheidung mehrere Faktoren in Betracht und stellt euch Fragen wie: „Wo möchte ich hin in Großbritannien – Süden, Osten, Norden?“ oder „Was ist der kürzeste Anfahrtsweg zum Hafen?“. Natürlichen spielen auch Themen wie Kosten und Fahrzeiten der Fähren eine Rolle. Der Hafen von Dünkirchen liegt für viele deutsche Urlauber am nächsten. Jedoch befindet sich Calais gerade einmal 35 Kilometer entfernt. Nutzt auch hier die A16. Abfahrt 47 führt euch zu den Fährterminals in Calais.

 

Calais mit dem Zug nach UK

 

Fazit: Beide Varianten punkten. Sie sind einfach erreichbar und gut ausgeschildert. Wer mit der Fähre übersetzt, kann auf eine größere Auswahl zurückgreifen, muss jedoch ein paar Faktoren mehr bei der „richtigen“ Wahl berücksichtigen.

 

Eurotunnel und Fähre im Zeitvergleich

Kurz und knapp: Eine Fahrt durch den Eurotunnel dauert 35 Minuten. Um auch möglichst entspannt zu reisen, solltet ihr mindestens eine Stunde vor der gebuchten Abfahrtszeit am Terminal sein: Passkontrolle und Check-In. Dann fahrt ihr auf den Transportzug und los geht’s! Bedenkt jedoch, dass zur Hauptsaison die Autobahnen rund um Eurotunnel und Fährhäfen sehr voll sein können. Staus sind somit nicht ausgeschlossen.

Die Fahrzeiten der Fähren variieren je nach Ablegehafen. Die schnellste Fährverbindung nach England besteht mit ca. 90 Minuten zwischen Calais und Dover. Von Dünkirchen bis Dover dauert es ca. 2 Stunden. In der Regel solltet ihr den Check-In am Fährterminal bis spätestens 45 Minuten vor Abfahrt erledigt haben.

Fazit: Der Eurotunnel geht als klarer Sieger hervor. Habt ihr es eilig und möchtet ihr so schnell wie möglich die südenglische Küste erreichen, reist ihr am besten und schnellsten unter dem Ärmelkanal hindurch.

 

Eurotunnel oder Fähre: Was ist günstiger?

Ein Ticket für den Eurotunnel, genauer gesagt mit dem „Le Shuttle“, gilt pro Auto mit bis zu neun Insassen. Ihr könnt aus unterschiedlichen Tarifen wählen: Ein Kurztrip-Ticket für 5 Tage erhaltet ihr ab 85 EUR, die Rückfahrt ist inbegriffen. Für einen längeren Aufenthalt in Großbritannien bezahlt ihr jede Fahrt einzeln. Das Einzelfahrt-Ticket ist ab 111 EUR zu haben. Die Ticketpreise richten sich nach Wochentag, Saison und Uhrzeit. An einem Hauptreisetag in der Hochsaison können Kosten von mehr als 200 EUR pro Fahrt anfallen. (Stand: Juli 2018). Tickets: findet ihr hier.

 

Fähre zwischen Calais und Dover
Aufgepasst: In der Herbst- und Wintersaison kann es zu schweren Seegängen kommen. Dann braucht man auf der Fähre einen robusten Magen!

 

Auch wenn ihr mit dem Auto eine Fähre nach Großbritannien nutzt, gilt ein Ticket pro Fahrzeug und für bis zu 9 Passagiere. Die Ticketpreise schwanken je nach Buchungszeitpunkt und Nachfrage. Für Hin- und Rückfahrt solltet ihr mindestens ca. 92 EUR einplanen, zur Hauptsaison eher mehr. Die Preise variieren teils stark. Zu den größten Reedereien in Calais zählen z.B P&O Ferries und DFDS Seaways. Mit besonderen Spartickets für Kurzreisen nach Großbritannien (nicht mehr als 4 Nächte) schont ihr euren Geldbeutel noch mehr. Diese sind mitunter für 49 EUR (hin und zurück) zu haben. Stand: Juli 2018. Tickets: gibt es hier!

Fazit: Den Kosten-Punkt sichern sich die Fährverbindungen von Calais und Dünkirchen nach Großbritannien. Spielt für euch Zeit keine Rolle, reist ihr per Fähre deutlich günstiger.

 

Reisekomfort: Meerblick oder Tunnelblick?

Fast keine Fahrt nach Großbritannien könnte unspektakulärer sein als eine Fahrt durch den Eurotunnel. Nachdem ihr auf den Zug gefahren seid, könnt ihr wahlweise in eurem Auto sitzen bleiben oder aussteigen und euch im Zuginneren aufhalten. Zu sehen gibt es nichts. Schaltet ihr euer Kopfkino an, stellt sich aber garantiert ein tolles Gefühl ein. Der Zug ist mit Toiletten ausgestattet, die ihr in jedem dritten Abteil findet. Den größten Komfort findet ihr im eigenen Auto und in der kurzen Reisezeit.

Wesentlich mehr Komfort und Urlaubsfeeling hat die Fähre zu bieten. An Deck genießt ihr die frische Brise und könnt beobachten, wie ihr im Hafen von Dover einlauft. Die weißen Klippen von Dover geben ein magisches Schauspiel ab, das bei schönem Wetter besonders intensiv wirkt. An Bord der Fähren könnt ihr zu starken Rabattpreisen shoppen, einen Drink genießen oder einfach mit gratis Wi-Fi in der Lounge entspannen. Die meisten Fähren besitzen auch für die Kleinen Angebote, um sich die Zeit zu vertreiben. Kurzum: Wenn ihr mit der Fähre nach Großbritannien reist, beginnt der Urlaub bereits an Bord.

 

P&O Großbritannien

 

Noch zwei Hinweise: Im Herbst und Winter kann der Seegang aufgrund von Wind und Regen zunehmen. Wer schnell seekrank wird, sollte vorsorgen. Außerdem dürft ihr nicht im Auto und auf dem Autodeck die Überfahrt verbringen.

Fazit: Den größeren Reisekomfort bieten die Fähren. Nach der Anreise mit dem Auto habt ihr mehr Zeit, durchzuschnaufen, euch zu erholen und auf den Linksverkehr in Großbritannien (https://tea-and-scones.de/autofahren-in-grossbritannien/) mental vorzubereiten. Im Eurotunnel passiert recht wenig, obwohl eine Fahrt durch ihn irgendwie doch echt faszinierend ist. Dennoch: Punkt für die Fähre!

 

Eurotunnel oder Fähre –  der Hund muss mit

Eure Haustiere dürfen natürlich mit nach Großbritannien. Und das sowohl bei einer Überfahrt im Eurotunnel als auch per Fähre. Im Zug zahlt ihr pro Hund ca. 22 EUR (Stand: Juli 2018). Auf der Fähre ist es mit ca. 18 EUR etwas günstiger. Die Preise gelten pro Strecke. Unbedingt beachten solltet ihr die veterinärmedizinischen Richtlinien der britischen DEFRA (Department for Environment, Food & Rural Affairs), sonst ist am Terminal für eure Fellnasen die Reise vorbei. Was es sonst noch Wichtiges für eine Reise nach Großbritannien mit Hund gibt, haben wir für euch hier zusammengetragen.

 

Eurotunnel mit Hund
Beim Check-In zum Eurotunnel steht euch un euren Tieren ein bequemer Neubau zur Verfügung, in der die Anmeldung unkompliziert verläuft.

 

Ob im Zug oder auf der Fähre: Eure Vierbeiner müssen im Auto bleiben und dürfen aus hygienischen Gründen nicht an Deck. Im Le Shuttle absolut kein Problem: Die Fahrt ist kurz und ihr könnt euren Haustieren Gesellschaft leisten. Anders ist es auf der Fähre. Wie bereits erwähnt, dürft ihr euch als Passagiere nicht auf dem Autodeck oder im Auto während der Überfahrt befinden. Das heißt, dass Hunde und andere Haustiere im Auto auf euch warten müssen. Öffnet das Fenster einen Spalt weit und stellt unbedingt ausreichend Wasser zur Verfügung.

Fazit: Zusammen ist man weniger allein. Dieser Punkt geht an die Fahrt durch den Eurotunnel. Ihr verbringt die kurze Fahrzeit mit euren Vierbeinern gemeinsam. Der etwas höhere Preis ist also gut investiert.

 

Botany Bay in Kent

 

Das war es für heute von uns. Falls ihr weitere Themen habt, die euch rund um eure England-Reise interessieren, lasst es mich wissen. In diesem Sinne: 

Simone
xxx


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