Pancake Day: Alles rund um den Traditionstag in Großbritannien

Pancake Day: Alles rund um den Traditionstag in Großbritannien

Titelfoto: iStockphoto/Mizina

Habt ihr schon einmal vom englischen Pancake Day oder Shrove Tuesday gehört? Der Tag, der seit vielen Jahrhunderten eine Tradition ist, gleicht dem deutschen Faschingsdienstag oder Veilchendienstag, der in den Aschermittwoch und in die Fastenzeit überleitet. Dann fasten Christen und Christinnen, um sich daran zu erinnern, wie Jesus 40 Tage lang in die Wüste ging, um dort zu fasten und zu beten.

Bevor man sich bis zu den Ostertagen auf Fasten einstellt, darf am Faschingsdienstag bzw. am Pancake Day nochmal richtig geschlemmt werden. Wer wissen will, wann der Pancake Day genau stattfindet: Das Datum ist in jedem Jahr anders, denn es richtet sich immer nach Ostern, findet 47 Tage vor Ostern statt und fällt auf einen Dienstag.


Was passiert am Pancake Day / Shrove Tuesday?

Wer sich fragt, was der Name Shrove Tuesday besagt: Der Name kommt ursprünglich von Shriving, was so viel meint, wie “Sünden hören und vergeben lassen”. Tatsächlich gingen am Shrove Tuesday die Menschen zur Beichte, um dann mit einem reinen Herzen in die Fastenzeit zu starten. In einer langen Tradition ist in Großbritannien und einigen anderen Ländern daraus der Pancake Day entstanden.


Einmal noch sündigen am Pancake Day

Der Faschingsdienstag war historisch gesehen die letzte Gelegenheit, nahrhafte Speisen wie Milch, Eier oder Butter zu verbrauchen, bevor man sich in die Fastenzeit begab. Der Blick auf die Zutaten verrät: Sie sind perfekt geeignet, um einen leckeren Pfannkuchen zu zaubern. Pfannkuchen kennt eigentlich jeder: Dabei handelt es sich um eine sehr dünne Flade, die in der Pfanne gebacken wird.  Ein traditioneller englischer Pfannkuchen ist sehr dünn und wird sofort serviert. Goldener Sirup oder Zitronensaft und Puderzucker sind die üblichen Beläge.

Wie der Pancake Day entstanden ist, darum ranken sich viele Gerüchte. Eine geht auf das Jahr 1445 zurück und soll sich in Olney in Buckinghamshire zugetragen haben. Eine Christin war angeblich so damit beschäftigt, Pfannkuchen zu backen, dass sie die Zeit vergaß und plötzlich die Kirchenglocken hörte. Sie rannte in Windeseile zur Kirche, um nicht zu spät zu kommen und hatte dabei noch immer ihre Pfanne in der Hand – mitsamt Pfannkuchen selbstverständlich. Tatsächlich steht an diesem Tag alles im Zeichen des Pfannkuchens. Aus dieser Tradition haben sich auch viele Spiele entwickelt, die in Nicht-Corona-Zeiten überall stattfinden, oder es werden Pfannkuchen-Essen für wohltätige Zwecke organisiert.


Pancake Day ist bei uns jeden Freitag

Wer mich meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich nicht nur am Niederrhein geboren bin, sondern auch noch nahe der holländischen Grenze lebte. Und wenn jemand Pfannkuchen backen kann, dann sind es die Holländer. Und so war es in unserer Familie üblich, dass es bei meiner Mama eigentlich fast jede Woche Pfannkuchen gab, manchmal auch von meiner Oma, wenn meine Mutter nicht da war. Und unsere Nachbarin bereitete sogar immer freitags für ihre Kinder Pfannkuchen – das macht sie heute sogar für ihr Enkelkind. Diese Tradition hat sich bei uns in der Familie fortgesetzt und ich stehe jede Woche – auch freitags – an der Pfanne und backe für die ganze Familie Pfannkuchen. Und wenn ich mal bei meinen Eltern bin, freue ich mich umso mehr, wenn meine Mama dort mal wieder Pfannkuchen auftischt.

Ähnlich wie die britischen Pancakes sind auch die holländischen Küchlein dünn und so groß wie eine Pfanne, die man gerade zur Hand hat. Sie sind etwas dicker als ein Crêpe, aber dünner als die amerikanischen Pancakes. Sobald sie im heißen Fett gebacken sind, werden sie sofort gegessen.

In der englischen Tradition werden die Pancakes mit ausgepresster Zitrone und etwas Puderzucker gegessen. Bei uns ist die Auswahl deutlich größer. Beliebt sind:

  • Pfannkuchen mit gebackenen Blaubeeren
  • Pfannkuchen mit eingebackenem Bacon und Zuckerrübensirup und Puderzucker serviert
  • Pfannkuchen mit gebackenen Apfelscheiben
  • Pfannkuchen mit Nutella
  • Pfannkuchen mit Blaubeeren und Nutella
  • Pfannkuchen mit eingebackenem Bacon und Parmesan
  • Pfannkuchen mit gebackenem Parmesan
  • Pfannkuchen mit warmen Sauerkirschen in angedicktem Saft
  • Pfannkuchen mit Ahornsirup und Puderzucker


Pfannkuchen-Rezept

Ich habe mein eigenes Pfannkuchen-Rezept, das eher an die holländischen Pfannkuchen erinnert, allerdings ähneln sie dem englischen Pfannkuchen doch irgendwie.


Zutaten für 4 Pfannkuchen

  • 250 g Weizenmehl
  • 500 ml Vollmilch
  • 2 Eier
  • Salz
  • 1 TL Zucker


Zubereitung

  • Mehl, Salz, Zucker, Eier und Milch in eine große Rührschüssel geben und mit einem Küchengerät alles sorgfältig vermischen. (Tipp: Wenn man zu wenig mischt, entstehen Klümpchen, die sich auch beim Ausbacken nicht auflösen. Also so lange den Teig verrühren, bis er glatt ist.)
  • Eine Pfanne mit Sonnenblumenöl erhitzen und mit einer Kelle portionsweise in die Pfanne geben. Den Teig in der Pfanne verteilen (am besten dazu die Pfanne leicht hin und herbewegen) und von unten anbacken, bis er goldbraun ist. Dann mit einem Schieber den Pfannkuchen wenden, bis auch die andere Seite goldbraun ist. Fertig.
  • Wer Baconstreifen, Blaubeeren oder ähnliches mit einbacken will, geht wie folgt vor: Eine Portion Teig in die erhitzte Pfanne geben. Sofort auf den Teig vier bis fünf Streifen Bacon oder eine gute Handvoll Blaubeeren geben (Seid bei den Blaubeeren großzügig, es lohnt sich!). Ist der Pfannkuchen goldbraun, kommt es ein wenig auf das technische Geschick an. Manche schaffen es dennoch, den Pfannkuchen mit dem Schieber zu wenden. Andernfalls habt ihr vielleicht einen großen, flachen Kochtopfdeckel zu Hause? Ihr könnt nun den Pfannkuchen auf diesen Deckel schieben, die Pfanne (Vorsicht, heißes Fett) auf den Deckel legen und das Ganze zügig umdrehen. Dann wie gewohnt weiterbacken.


Nun wisst Ihr jede Menge über den Pancake Day und habt ein Rezept an der Hand. Wer traut sich an die Pfanne und schickt mir Fotos? In jedem Fall wünsche ich euch guten Appetit.


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