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Mit dem Hund nach Grossbritannien reisen: Tipps und Tricks

Mit dem Hund nach Grossbritannien reisen: Tipps und Tricks

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Ihr habt Lust, mit Eurem Hund nach Großbritannien einzureisen? Nun, das ist verglichen mit früher nicht mehr so schwierig, wo es noch Quarantänebestimmungen, Blut- oder Zeckentests gab. Dennoch gibt es nach wie vor einige Dinge zu beachten.

Großbritannien ist ein unheimlich hundefreundliches Land. Das haben wir in den vergangenen Jahren, in denen wir mit Hund unterwegs waren, immer wieder erlebt. Und auch das eher kühle Klima ist quasi ideal für die Vierbeiner. Dafür warten lange Küstenabschnitte in Südengland, Wales, die Cotswolds, der Lake District oder die schottischen Highlands mit unendlichen Wanderwegen auf die Vierbeiner. Und auch die Einreisebestimmungen haben sich gelockert. Denn eine monatelange Quarantäne gibt es seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Aber wir beginnen von vorne.

Die Planung

Am Anfang steht die Planung. Und die unterscheidet sich ein wenig von den Urlauben ohne den Vierbeiner, denn es sind einige Vorkehrungen zu treffen. Zunächst einmal stellt sich die Frage: Wie will ich eigentlich nach England reisen?

Flugzeug

Soll die Reise mit dem Flugzeug und einem Mietwagen vor Ort stattfinden, sollte man sich genau bei den einzelnen Fluggesellschaften erkundigen, wie die Bestimmungen aussehen. Denn die können durchaus unterschiedlich sein. In aller Regel werden Hunde in einer Transportbox im Frachtraum transportiert. Schaut Euch zum Beispiel bei der Lufthansa um. Vor Ort muss der Mietwagen natürlich groß genug für den Hund sein und die üblichen Sicherheitsvorkehrungen bieten. Für mich persönlich wäre es nur im Notfall etwas, da der Hund kaum eine Chance hat, sich auf das ihm bekannte Terrain, zum Beispiel dem Auto, zurückzuziehen.

Mit Hund nach Großbritannien durch den EurotunnelMit dem Auto durch den Eurotunnel “Le Shuttle”

Einfacher und viel beliebter ist die Überfahrt mit dem Auto. Denn so haben Vierbeiner und Menschen die größte Flexibilität, den Urlaub so bequem wie möglich zu starten.

Sicherlich am einfachsten ist die Überfahrt mit dem Eurotunnel vom französischen Calais nach Dover auf die britische Seite. Vor Ort angekommen, ist der Check-in sehr zügig und man befindet sich recht schnell auf dem Autozug, da die Züge zwei- bis dreimal pro Stunde fahren. Der Hund darf während der Fahrt mit den Insassen im Auto bleiben und innerhalb von 35 Minuten hat man das englische Festland erreicht. Nachteil: Es ist nicht nur deutlich teurer als die Fährüberfahrt, sondern auch nicht schön. Nur wenige Minuten nach Abreise befindet man sich im Tunnel und wird nur wenige Minuten vor Ankunft wieder zu Tage befördert. Praktisch, aber unspektakulär, da man sich in einem Autozug und logischerweise ohne Aussicht befindet. Wenn man als Familie die Überfahrt und die White Cliffs von Dover als Teil des Urlaubs erleben will, sollte man die Fähre nehmen. Infos zum Zug findet Ihr auf den Seiten des Eurotunnels.

 

P&O Ferries: Überfahrt mit der Fähre

Schöner, aber für den Hund unangenehmer, ist tatsächlich die Fährüberfahrt. Denn Haustiere müssen während der Fahrt, die rund 1,5 Stunden dauert, im PKW unter Deck bleiben. Die meisten Hunde bekommen das wunderbar hin, aber wer einen ängstlichen Hund hat, der nicht gerne alleine ist, sollte sich das gut überlegen. Ich gehe gleich nochmal genauer darauf ein.

 

Mit Hund nach Grossbritannien einreisen
Ankunft mit der Fähre in Dover auf englischer Seite – weiße Klippen in voller Schönheit!

 

Fährt der Hund gerne Auto?

Wir Hundebesitzer wissen: Am liebsten reisen wir mit unseren Tieren gemeinsam, denn sie sind ja irgendwie Teil der Familie. Aber wir sollten uns bei einer solch langen Reise – und die ist es nach Großbritannien auf jeden Fall – prüfen, ob unser Hund gerne Auto fährt. Unser Sam beispielsweise liebt es, im Auto von Hü nach Hott zu reisen und so ist es bei uns wirklich kein Problem. Aber spätestens nach sieben Stunden merken wir: Jetzt hat er genug gehabt. Mein Tipp: Falls ihr wisst, dass Euer Vierbeiner nicht gerne Auto fährt, sucht ihm eine schöne Bleibe zu Hause. Er hat mit Sicherheit mehr davon.

 

Hund nach Grossbritannien ausreisen
Kein Bock auf Autofahren? Dann sollte der liebe Vierbeiner besser zu Hause bleiben, Tierpensionen, Freunde oder Tierheime sind beliebte Alternativen für den Kurzurlaub.

 

Einreisebestimmungen für den Hund nach England

Wenn Ihr mit Eurem Hund nach England reisen möchtet, gelten an der Grenze die Einreisebestimmungen der EU. Und die sehen so aus:

  • Euer Hund muss seit dem 3. Juli 2011 mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Hierbei handelt es sich um eine Identifikationsnummer mit 15 Stellen, die auch im blauen EU-Heimtier-Ausweis eingetragen sein muss. Der winzige Chip befindet sich in der linken Nackenfalte des Hundes. Alternativ gilt eine gut sichtbare Tätowierung des Hundes vor dem 3. Juli 2011.
  • EU-Heimtierausweis: Hierbei handelt es sich um einen blauen Pass für den Hund, in das sowohl die Identifikationsnummer des Chips als auch Impfungen eingetragen werden müssen. Der Ausweis wird nur von Tierärzten ausgestellt und gilt seit dem 29.12.2014.
  • Tollwutimpfung: Euer Hund muss die Impfung mindestens 21 Tage vor dem Antritt der Reise erhalten. Am besten mit dem Tierarzt besprechen, wann die letzten Impfung war.
  • Bandwurmbehandlung: muss 1 – 5 Tage (auch nicht weniger als 24 Stunden) vor der Einreise vom Tierarzt durchgeführt und im Reisedokument des Hundes eingetragen werden.
  • Der Hund muss bei der Einreise mindestens 15 Wochen alt sein.

Fazit: Viel ist eigentlich nicht mehr nötig, aber ohne die genannten Bedingungen kommt Ihr nicht ins Land. Weiteres gibt es auch bei Airpets, die Informationen zu den aktuellen Einreisebestimmungen bereithalten.

 

Welche Hunde dürfen nicht einreisen?

Dogo Argentino Hund darf nicht nach Grossbritannien reisen
Foto: Pixabay

Großbritannien ist zwar ein sehr hundefreundliches Land und die Vierbeiner sind an vielen Orten gerne gesehen. Aber die Einreise bestimmter Rassen ist streng verboten. Achtung gilt bei den folgenden Hunderassen:

  • Pitbull Terrier
  • Japanese Tosa
  • Dogo Argentino
  • Fila Brasileiro

Euer Hund ist möglicherweise ein Mischling, in dem ein Anteil einer verbotenen Hunderasse steckt? Auch dann kann Euch die Einreise verweigert werden. Im Zweifel also Rücksprache mit dem Tierarzt halten oder den Hund lieber anderweitig unterbringen.

 

Der Faktor Zeit

Wenn wir mit dem Auto nach Großbritannien reisen möchten, sollten wir unbedingt den Faktor Zeit mit im Auge haben. Denn der Hund ist ein weiteres Reisemitglied und die Fahrt verlängert sich dadurch automatisch:

Pausen einplanen

Hunde brauchen wie wir Menschen regelmäßig eine Pause und zwischendurch einen guten Auslauf, damit die Reise erträglich wird. Auf den Raststätten sollten wir sicherstellen, dass der Hund die Möglichkeit zur Bewegung bekommt, in Ruhe trinken und ggf. etwas essen oder sein Geschäft erledigen kann. Meine Erfahrung ist, dass sich die Pause dadurch leicht verdoppelt.

Übernachtung inklusive

  • Nicht alle Hunde fahren gerne Auto. Wenn wir trotzdem unseren Vierbeiner mitnehmen möchten, sollten wir je nach Reiseziel eine Übernachtung einplanen. Denn nichts wäre schlimmer als mit einem Hund am Reiseziel anzukommen, um festzustellen, dass wir ihm zu viel zugemutet haben. Achtung: Bei der Wahl des Hotels darauf achten, dass Hunde mit ins Zimmer dürfen.

Regelmäßig Gassi gehen

Wenn wir mit der Fähre nach Großbritannien reisen, darf der Hund nicht mit an Deck. Während wir während der Überfahrt Pause machen, essen oder die Toilette aufsuchen können, muss der Hund warten. Deswegen in jedem Fall sicherstellen, dass der Hund vor- und nach der Überfahrt seine Runde machen konnte.

Nicht vor der Überfahrt füttern

Vor der Überfahrt mit der Fähre oder einem Flug sollte der Hund mit ausreichendem Vorlauf gefüttert worden sein, um zu verhindern, dass er seekrank wird.

 

So geht die Einreise mit Hund nach Grossbritannien!

Bei der Grenzkontrolle selbst unterscheiden sich die Überfahrt mit Fähre oder Eurotunnel nicht sonderlich voneinander. Ich beschreibe einmal beispielhaft die Fährüberfahrt zwischen Calais und Dover mit P&O Ferries, weil das die beliebteste Überfahrt-Gesellschaft ist.

Auf der Route Dover-Calais kostet die Überfahrt übrigens ab 18 € pro Tier und Strecke. Registrierte Blinden- und Gehörlosenhunde reisen gratis und dürfen natürlich mit an Deck.

Der Check-in nach Grossbritannien und der Mikrochip

Passagiere, die mit Haustier reisen, müssen mindestens 60 Minuten vor Abfahrt am Check-in sein. Neben den gebuchten Tickets, die wir an einem der ersten Schalter in Calais erhalten, benötigen wir bei der britischen Grenzkontrolle die Ausweise. Piktogramme am Terminal weisen uns vorher den Weg zu den ausgewiesenen Schaltern, an denen wir mit Hund einchecken können.

Dort überprüft der Mitarbeiter den Ausweis des Tieres und macht zunächst eine Sichtkontrolle. Danach wird er Euch bitten, mit Hilfe eines speziellen Lesegerätes den Chip Eures Hundes zu scannen. Deswegen ist es wichtig, dass Ihr wisst, wo sich der Chip befindet. Manchmal dauert es ein wenig, bis Ihr den Chip findet. Mein Tipp: Nicht nervös werden. Denn das überträgt sich auf den Hund und es bringt niemandem etwas. Zum Schluss erhaltet Ihr einen Papieraufhänger für die sogenannte Bahn, in die Ihr mit dem Auto fahren müsst und einen Aufkleber, auf dem sichtbar ist, dass Ihr mit Hund reist. Übrigens: Die Mitarbeiter vor Ort sind immer sehr nett.

 

Hunde gerne, aber nur im Parkraum

Ist das einmal geschafft, dürft Ihr Euch erst einmal in die entsprechende „Lane“ einreihen. Dann heißt es warten, bis das Beladen der Fähre beginnt. Einmal am Schiff angekommen, werdet ihr merken, dass alle PKW mit Haustieren an einem Ort im Parkdeck stehen. Während Ihr Euch nun zu den oberen Ebenen des Schiffs begeben dürft, muss der Vierbeiner im Auto bleiben. Ausnahme: Begleithunde. Deswegen alle Fenster einen Spalt öffnen, damit der Hund genügend Sauerstoff bekommt. Vielleicht möchtet Ihr ihm auch ein Schweinohr oder einen Pansen geben, damit er am Anfang ein wenig abgelenkt ist. Aber keine Sorge: Die Mitarbeiter haben ein Auge auf die Tiere und in aller Regel verkraften alle die rund 1,5 Stunden Überfahrt nach Dover gut.

 

Eine kleine Anekdote zum Schluss

Wir fuhren mit Familie und Hund zur Weihnachtszeit nach England. Weil der Eurotunnel wegen technischer Defekte nicht nutzbar war, mussten wir bei Sturm mit der Fähre rüber. Gefühlt wurden 80 Prozent der Personen an Bord schlecht (ich und die Kinder inklusive, nur der Ehemann trank in Ruhe seinen Earl Grey mit Milch ) und es roch überall nach Erbrochenem. Ich befürchtete, dass unser Labrador Sam alle im Auto befindlichen Weihnachtsgeschenke vollkotzen würde und fragte einen Mitarbeiter, ob ich einmal nachsehen könnte. Und siehe da: Sam war im Gegensatz zu uns völlig gechillt und hocherfreut, uns schon zu sehen.

 

Das solltet Ihr für die Reise mit Hund nach Grossbritannien griffbereit haben

Wie Ihr Euren Vierbeiner im PKW korrekt transportiert, will ich an dieser Stelle nicht ausbreiten, da es allen Hundebesitzern bekannt sein sollte. Griffbereit im Wagen solltet Ihr für Euren Hund haben:

  • Wasser
  • Wassernapf
  • Snacks für den Hund
  • Eventuell Futter
  • Leine und Geschirr
  • Hundedecke falls erforderlich
  • Hundehandtuch
  • Hundebeutel

 

Snowdonia Park in Wales.

 

Nun habe ich Euch erzählt, was ich für wichtig halte, wenn Ihr Euch auf eine Tour mit dem Hund machen wollt. Im nächsten Teil wird es darum gehen, welche Hotels, Ferienhäuser und B&B’s mit Hund sich für Euch lohnen, wohin man seinen Hund mitnehmen darf, wie es um das Futter steht und ob Hunde in Pubs oder an Stränden erlaubt sind.

Habe ich etwas vergessen? Oder habt Ihr noch eine Frage: Dann lasst es mich wissen!

Übrigens: Meine liebe Bloggerfreundin Sandra hat just einen kleinen Beitrag zum Thema Cornwall auf ihrem Blog veröffentlicht: Schaut doch mal hinein. Sie freut sich über jede Menge Besuch! 

Und auch die Roadies kann ich Euch ans Herz legen. Sie waren kürzlich mit Hund und Wohnmobil in Schottland unterwegs.

In diesem Sinne: Passt gut auf Euch auf und bleibt gesund.

Simone

 

mit dem Hund nach England reisen
Sam und ich am Strand in Südengland – wie die Bestimmungen für Hunde an den Stränden sind, erzähle ich im nächsten Teil!

10 thoughts on “Mit dem Hund nach Grossbritannien reisen: Tipps und Tricks”

  • Ich war auch erstaunt, dass unserem Hund im Auto nicht schlecht wurde, bei der Schaukelei. ich reise gern mit der Fähre. es scheint für den Hund kein Stress zu sein. Sie pennt in Ihrem Bett, in ihrem Auto und schwupp sind wir schon wieder da und gehen in Dover Gassi.

    Uns war übrigens auch buäh und so haben wir bei Regen, Sturm und mitten in der Nacht draußen gestanden.

    Lg,
    Sandra

  • Wir wählen mit Boerne immer die Fahrt durch den Tunnel. Das ist zwar etwas teurer, aber für uns und unseren Angsthund die beste Möglichkeit nach Großbritannien zu reisen. Wir möchten ihn im Urlaub dabei haben und lieben es, mit ihm wandern zu gehen. Da nehmen wir die “kleinen” Zusatzpausen gerne in Kauf 😉

    Ich war auch im letzten Jahr absolut begeistert von der Einreise. Wir waren natürlich viel zu früh auf dem Tunnelgelände, weil es das 1. Mal für uns war, aber nachdem wir Boerne ohne Wartezeit einchecken konnten, konnten wir sogar einen Zug früher nehmen. Also haben wir an der Stelle ordentlich Zeit gut gemacht. 😉

    Ich hoffe, im Sommer klappt das wieder so gut!

    Liebe Grüße
    Steffi

    • Hallo Sabine,
      ja das Futter kannst du mit nach England bringen. Falls dein Hund etwas Profanes wie Pedigree futtert – das gibt es auch in vielen englischen Supermärkten und kannst du im Zweifel nachkaufen. Was die Briten lusterweise in den Supermärkten wenig haben, sind Hundekotbeutel. Wir hatten sie vergessen und uns einen Wolf gesucht. Tipp: Baby-Windelbeutel verwenden. Sind billiger und funktionieren genauso gut. Viele Grüße, Simone

  • Hallo Simone
    Erst mal Dank für die vielen Antworten und die vielen Tipps.
    Wir werden 2019 mit dem Wohnmobil eine längere Reise durch Europa unternehmen, natürlich mit Hündin Lea. Die Wurmbehandlung 1-5 Tage vorher macht mir etwas Kopfzerbrechen, wir sind sicher schön paar Wochen unterwegs bevor es auf die Fähre nach England geht. Da werden wir wohl in Frankreich zum Tierarzt gehen müssen um unsere Lea zu impfen oder ?
    LG Hannes

    • Hallo Hannes,

      ja, je nachdem, wo ihr seid, am besten in Belgien oder Frankreich entwurmen lassen. Ich würde mir im Vorfeld überlegen, wo es einen Tierarzt oder eine kleine Tierklinik (wegen Sprache vielleicht besser?) gibt und meinen Trip danach etwas ausrichten. Lieben Gruß, Simone

  • Hallo,

    Ich hätte eine Frage bezüglich der Tollwutimpfung. Sie ist ja 3 Jahre gültig. Für meinen Hund hält sie noch bis zum 22.02.2020. Können wir mit ihr einreisen oder muss ich die Tollwutimpfung auffrischen, weil sie nur ein Jahr in GB gültig ist?
    Vielen Dank im Voraus

    • Ui, gute Frage. Ich bin der Meinung, sie ist nur ein Jahr gültig und du musst nachimpfen lassen- so mache ich es zumindest. Aber am besten rufst du bei deinem Tierarzt kurz durch und fragst nochmal nach. Wenn du eine Antwort hast, würde ich mich über eine kurze Rückmeldung freuen. Dann nehme ich das noch entsprechende mit in den Artikel mit auf. Lieben Dank und viele Grüße, Simone

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