Mit dem Hund in Großbritannien: Was muss ich beachten?

Mit dem Hund in Großbritannien: Was muss ich beachten?

Das Reisen mit dem eigenen Vierbeiner ist für jeden Urlauber immer eine Herausforderung. Und das ist auch in Großbritannien nicht anders, obwohl England, Wales, Schottland und Nordirland sehr hundefreundliche Länder sind. Allerdings ist auch hier einiges mit Hund möglich und anderes nicht. 


Ihr wollt Euren Vierbeiner bei Eurem nächsten Urlaub mit nach Großbritannien nehmen? Zum Glück sind die die Einreisebestimmungen für Hunde nicht besonders umfangreich und es steht zu hoffen, dass man auch nach dem Brexit mit den europäischen Hundebesitzern Gnade zeigen wird und es zu keinen signifikanten Veränderungen kommt. Dennoch ist natürlich einiges an Vorbereitung nötig. Alle Informationen, was Ihr benötigt, findet Ihr in einem eigenen Artikel dazu. Beachtet ihr diese Dinge, solltet ihr sicher auf der Insel ankommen.

 

Endlich in Großbritannien angekommen. Und nun?

Das Schöne an Großbritannien: Hunde sind in den öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt und fahre zum großen Teil sogar kostenlos mit: zum Beispiel im Großraum London. Zwei Vierbeiner dürfen dabei pro Fahrgast kostenlos im Public Transport mitreisen – entweder an der kurzen Leine oder in der Box. Auch in den öffentlichen Bussen oder der Underground Londons dürfen sowohl Begleit- als auch normale Hunde mitreisen – sofern sie an der Leine sind und für niemanden eine Gefahr darstellen. Natürlich dürfen sie in den Verkehrsmitteln nicht auf dem Sitz sitzen.

Die offiziellen Richtlinien benennen noch den Satz, dass Hunde nicht erlaubt sind „if there is a good reason to refuse it“, also “sofern es keinen guten Grund gibt, es zu verbieten”. Ist euer Hund aber in der Regel friedlich, solltet ihr damit keine Probleme haben. Dennoch solltet ihr eins beachten: Die öffentlichen Verkehrsmittel und Haltstationen sind – wie ganz London – sehr voll. Ein solcher Trip kann für Hunde eine Reizüberflutung darstellen und ihr solltet euch sicher sein, dass euer Hund angemessen auf die Situation reagieren kann. Dazu kommt, dass die Underground in aller Regel über Rolltreppen erreichbar ist, die ebenfalls für Hunde kaum Spaß bedeuten. Infos rund um das Thema findet ihr übrigens hier. 

 

Underground London
So leer ist es in der Londoner Underground nur selten.

 

Seid ihr außerhalb von London unterwegs, solltet ihr einmal kurz das Internet bemühen und bei den einzelnen Verkehrsanbietern in den Städten schauen, ob Hunde erlaubt sind oder eben nicht. Das kann ganz schön schwanken. Und nichts ist unangenehmer, als seinen Tag zu planen und dann festzustellen: Mit dem Hund kommen wir hier nicht weiter.

PS: Wie und wo sich Hunde in Eurotunnel und Fähre aufhalten dürfen, findet ihr in einem eigenen Artikel zum Thema.

 

Im Auto unterwegs – wo finde ich einen guten Rastplatz für meinen Hund?

Wer kennt das nicht: Spätestens, wenn man mit der Fähre oder dem Eurotunnel übergesetzt hat, müssen sich die Hunde die Beine vertreten. Nur wo anhalten, das ist bei vielen die große Frage. Zum Glück gibt es eine wirklich tolle Webseite unter dem Namen “Driving with Dogs” – hier sind Parks und Hunderunden gesammelt, die euch angezeigt werden, sobald ihr die Autobahn oder einen Ort eingebt. Mit zusätzlichen Informationen rund um Parkplätze, Toiletten oder Pubs in der Nähe. Ich finde, ein richtiges gutes Tool, auch wenn es im Premium-Umfang etwas kostet.

 

Hundefreundliche Unterkünfte in Großbritannien

Hunde im Ferienhaus in England
Photo by The Poodle Gang on Unsplash

Das nächste Thema, das uns Hundehalter schon vor der Reise nach Großbritannien umtreibt, ist die Frage nach der Unterkunft. Generell ist es so, dass es keine einheitliche Regelung gibt, ob Hunde in Hotel, Ferienwohnung, AirBnB, Pubs oder auf dem Campingplatz erwünscht sind.

Was Hotels angeht, ist bislang meine persönliche Erfahrung: Viele Hotels und B&Bs erlauben keine Hunde und man muss schon ein wenig suchen. Wir haben bislang immer etwas gefunden, doch das war mit gewissen Einschränkungen verbunden. Gerade vier und mehr Sterne Hotels sind manchmal pingelig, übrigens auch, wenn es um den Restaurantbereich geht. Denkt auch daran: Natürlich könntet Ihr den Vierbeiner mal eine Weile im Zimmer alleine lassen, aber falls er unsicher wird und bellt, stört und verärgert man nur die anderen Hotelgäste.

Sofern Ihr in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus übernachten möchtet, wird es deutlich einfacher. Tatsächlich gibt es einige Unternehmen, die sich auf Angebote nur für Hundebesitzer spezialisiert haben, zum Beispiel:

Aber auch die großen Buchungsportale wie English Country Cottages https://www.english-country-cottages.co.uk/ oder https://www.holidaycottages.co.uk haben einen guten Filter, mit dem sich viele hundefreundliche Ferienhäuser finden lassen. Meistens muss man erst einmal die üblichen Daten wie Ort, Reisedatum und Reisende angeben, um dann über einen weiteren Filter die Auswahl Hunde setzen zu können.

Mein Tipp: Sobald Ihr ein Haus gefunden habt, was euch gefällt, lest in jedem Fall nochmal die Beschreibungen. Wer nicht so gut Englisch kann, schiebt sich den Text einmal durch ein Internet-Übersetzungsprogramm wie Google Translate. So ist man auf der sicheren Seite, was mögliche Bestimmungen angeht.

 

Sightseeing und Einkaufen mit dem Hund

Für mich ist das Thema Sightseeing (und ich nehme mal Einkaufen dazu) persönlich eines der schwierigen Themen. Ja, es gibt schon einiges an Parks, Museen und Landhäusern in Großbritannieb, die Hunde zulassen. Aber bei vielen Dingen, die ich gerne machen möchte, müssen wir uns als Familie aufteilen oder können bestimmte Aktionen schlichtweg nicht umsetzen.

Sissinghurst in Kent
Parkanlage “Lost gardens of Heligan” in Cornwall? Kein Problem mit Hund!

Schwierig sind zum Beispiel viele Gärten in Südengland, wo Hunde nicht mit in die Anlage dürfen. Zwar hat man als Hundehalter die Möglichkeit, um eine Anlage herum oder angrenzende Flächen zu spazieren, sich in Shops oder draußen am Café aufzuhalten, aber das ist eben nur die halbe Miete. Die berühmte Gartenanlage Sissinghurst in Kent, Eden Project in Cornwall oder das Pier in Brighton sind nur Beispiele dafür. Teile davon lassen sich mit Hunden machen, aber stellt Euch darauf ein, dass es Einschränkungen gibt.

Auch in die sogenannten Shoppings Malls dürfen in aller Regel keine Tiere hinein. Da aber unsere Jungs gerne mal einen Tag shoppen gehen und die Malls in der Regel in den Großstädten zu finden sind, wird das schon zur Herausforderung – die wir allerdings immer gemeistert haben.

Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen. Die wunderschöne Parkanlage „Lost Gardens of Heligan“ zum Beispiel erlaubt Hunde wiederum. Viele Strände sind für Hunde freigegeben, Wanderungen gehen immer und auch Dorfbesuche, zum Beispiel in meinen geliebten Cotswolds, sind mit Hund natürlich überhaupt kein Problem.

Mein organisatorischer Tipp: Checkt vorher in jedem Fall die Webseiten der Aktionen, die Ihr besuchen wollt. Die Briten formulieren gerne die Hundebestimmungen auf gewohnt freundliche Art und geben eher an, wo Hunde erlaubt sind. Beim lockeren Drüberlesen kann einem schon einmal entfallen, dass damit nur bestimmte Bereiche gemeint sind.

 

Ideen und Tipps für den hundefreundlichen Urlaub

Zum Glück bieten verschiedene Betreiber in Großbritannien eine Fülle von Webseiten für hundefreundliche Aktivitäten in unterschiedlichen Regionen an, zum Beispiel:

Wer übrigens während der Reise lieber etwas zur Hand hat: Viele Infos findet Ihr auch in dem wirklich guten englischsprachigen Buch “Good Guide to Dog friendly Pubs, Hotels and B&Bs*”, das ich euch ans Herz legen kann und ihr über diesen Link beim deutschen Amazon bestellen könnt.

Hund in Restaurants und Pubs

Pub in England in den Cotswolds
In vielen Pubs sind Vierbeiner mittlerweile willkommen. Nachfragen kommt trotzdem besser an, denn einige Pubs erlauben keine Hunde.

Kommen wir zum letzten Thema für heute – Essengehen in Großbritannien. Denn kaum ein Besuch kommt ohne einen schönen Afternoon Tea in einem netten Café oder einem Pub mit gemütlichem Feuer aus, oder? Wie in Deutschland gibt es auch in Großbritannien keine einheitlichen Bestimmungen für Hunde in Restaurants und so solltet Ihr immer zuerst fragen, ob der Hund mit hinein darf. Am besten fragt man beim Vermieter oder beim Restaurant im Rahmen der Reservierung kurz nach.

In vielen Restaurants sind Hunde noch nicht erlaubt. Aber zum Glück kommen immer mehr traditionelle Pubs den Hundebesitzern entgegen. Meistens mit der Einschränkung, dass man nicht im eigentlichen Restaurantbereich Platz nehmen darf, sondern mit einem Tisch im Barabschnitt auskommen muss. Aber britische Pubs sind eh urgemütlich und da kommt es meiner Meinung kaum darauf an – sofern man nicht elegant essen gehen will. The Good Pub Guide ist zum Beispiel eine gute Adresse, wo man sich einen Pub in seiner Umgebung suchen kann. Dort bekommt man direkt angezeigt, ob Hunde erlaubt sind und wo sie sich aufhalten dürfen.

 

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Eurem Vierbeiner in England gemacht? Oder plant Ihr noch Euren ersten Trip?

 

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