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Mit dem Wohnmobil in Großbritannien: Tipps für einen entspannten Urlaub

Mit dem Wohnmobil in Großbritannien: Tipps für einen entspannten Urlaub

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Die Briten lieben Camping und sie lieben ihre Wohnmobile. Die besten Voraussetzungen, damit auch ihr mit eurem Gefährt auf Tour gehen könnt.


„Home is where the heart is“ – Und umso besser, wenn das Zuhause mit in den Urlaub kommt. Wohnmobile sind perfekt geeignet, um Großbritannien flexibel, komfortabel und im eigenen Rhythmus zu entdecken. Von England bis Schottland bieten die britischen Inseln ein wahres Wohnmobil-Paradies: Campingplätze mit Meerblick, in romantischen Wäldern und an mystischen Seen.

In diesem Artikel möchten wir euch einige Tipps und Tricks rund ums Reisen mit dem Wohnmobil durch Großbritannien an die Hand geben. Ihr erfahrt, wo ihr einen geeigneten Stellplatz findet, wie ihr clever Geld sparen könnt und welche Eigenheiten euch auf den Campingplätzen erwarten.

 

Mit dem Wohnmobil auf der Fähre nach Großbritannien

Mit der Fähre erreicht ihr Großbritannien am günstigsten. Wer also vor allem aufs Budget achtet, plant die Überfahrt über eine Reederei wie P&O Ferries oder DFDS Seaways. Bei der Buchung müsst ihr die Maße eures Wohnmobils angegeben, da sich auch nach ihnen der Ticketpreis richtet. Beachtet vor allem etwaige Fahrräder oder Dachboxen, die ihr mit eurem Camper transportiert. Die Preise sind variabel und richten sich auch nach Saison, Tageszeit und Nachfrage. Bucht am besten mindestens einen Monat im Voraus, wenn ihr in der Nebensaison reist, da dann an bestimmten Wochentagen Rabatte verfügbar sind – z.B. Wohnmobile zum PKW-Preis oder Gratis-Mitnahme von Wohnanhängern.

 

Fähre zwischen Dover und Calais
Foto: Tea and Scones

 

In der Hauptsaison reserviert ihr möglichst zwei bis drei Monate im Voraus, um auch zur Wunschzeit einen Platz auf der Fähre zu bekommen. Noch ein Hinweis: Transportiert ihr Gasflaschen, z.B. zum Kochen, darf diese nicht mehr als 47 Kg wiegen, muss geschlossen und gesichert sein. Beim Check-in am Terminal gebt ihr das Mitführen der Gasflasche unbedingt an.

 

Mit dem Wohnmobil durch den Eurotunnel

Noch schneller als eine Fähre ist die Anfahrt nach Großbritannien durch den Eurotunnel zwischen Calais und Folkestone. Nur 30 Minuten dauert die Fahrt unterm Ärmelkanal. Der Haken: Eine Fahrt mit dem Autozug ist deutlich teurer als mit der Fähre. Oftmals müsst ihr das zwei- oder dreifache zahlen. Die Maße eures Wohnmobils entscheiden nicht über den Ticketpreis und sind erst ab ca. 6 Metern preislich gestaffelt. Besonders attraktiv sind die Flexi-Tarife des „Le Shuttles“: Sie sind etwas teurer als die normalen Tickets. Jedoch reist ihr, wann ihr möchtet und könnt eure Reise spontan antreten.

 

So sieht der Eurotunnel aus
Foto: Tea and Scones

 

Die Autozüge sind geräumig. Ihr werdet geduldig bei der Einfahrt eingewiesen und habt genügend Raum zum Manövrieren. Auf der Fähre geht es oft enger zu, da die Fahrzeuge nebeneinander parken. Im Zug reiht sich ein Fahrzeug hinter das andere.

 

Unterwegs mit dem Wohnmobil auf Englands Straßen

Keine Angst vorm Linksverkehr in Großbritannien! Für Wohnmobil-FahrerInnen sind die britischen Straßen – vor allem beim Erstbesuch – natürlich eine kleine Herausforderung. Nicht nur die Straßenseite ist anders, auch die Straßenbreiten sind gewöhnungsbedürftig. Abseits der komfortabel ausgebauten Motorways (M), sind viele Hauptverkehrsadern teilweise sehr eng gebaut. So kann es passieren, dass eine A-Road (vergleichbar mit der deutschen Bundesstraße) lediglich einspurig verläuft, beidseitig von Trockensteinwällen begrenzt wird und kaum Ausweichbuchten bietet. Zudem verpassen hohe und nicht gestutzte Büsche dem Wohnmobil einige unschöne Schmarren. Vor allem wenn ihr einen Camper mietet, solltet ihr besondere Vorsicht walten lassen. Die gute Sache: Die Briten sind sehr rücksichtsvoll und geduldig – gerade wenn ihr mit einem Wohnmobil und ausländischem Kennzeichen unterwegs seid.

Auf der Website des ADACs findet ihr eine detaillierte Übersicht (auch als Download im pdf-Format verfügbar) über die zugelassenen Höchstgeschwindigkeiten und Maße von Gespannen, Gewicht etc. Auch die Kriterien, die zur Höhe der Maut herangezogen werden, sind dort aufgeführt. Wie viel Maut für euer Wohnmobil an den einzelnen Stationen anfällt, könnt ihr hier nachlesen.

 

Quelle: Uwe Rattay
Quelle: ADAC / Uwe Rattay

 

Wohnmobil-Clubs in Großbritannien

Bevor ihr euch mit eurem Wohnmobil nach Großbritannien aufmacht, solltet ihr darüber nachdenken, eine Kurzmitgliedschaft in einem Camping Club abzuschließen. In England gibt es den Caravan and Motorhome Club und den Camping and Caravanning Club. Beide Clubs unterscheiden sich kaum, betreiben aber ein eigenes Netz an Campingplätzen. Da sind zum einen „Member only“ Camping Sites, also Plätze, die nur für Mitglieder nutzbar sind, und offene Campingplätze, die auch für Nicht-Mitglieder zugänglich sind. Werdet ihr Mitglied in einem der beiden Clubs, winken euch Rabatte bei den Stellplatz-Buchungen und ihr könnt problemlos und flexibel reservieren. Auch andere Leistungen wie Unfallhilfe, Versicherungen und Reparaturen gehören zum Portfolio.

Tipp: Plant als Mitglied eines Clubs eure Route durch Großbritannien so, dass immer ein clubeigener Campingplatz an eurer Strecke liegt. Auf dem Platz eines anderen Clubs könnt ihr eure Vorteile nicht nutzen.

 

BritStops – die besondere Wohnmobil-Erfahrung in Großbritannien

BritStops bringt Wohnmobil-Urlauber und regionale Betriebe in England zusammen. Das Konzept ist simpel: Seid ihr mit dem Wohnmobil in Großbritannien unterwegs und habt eine BritStops-Plakette, könnt ihr an teilnehmenden Betrieben wie Winzereien, Brauereien, Pubs, Bio-Läden oder Bauernhöfen kostenfrei in eurem Wohnmobil übernachten. Ihr bekommt einen Stellplatz und stattet als Gegenleistung den Betrieben, Geschäften und gastronomischen Einrichtungen einen Besuch ab. Ein Zwang herrscht nicht, doch damit das Konzept „BritStops“ funktioniert, solltet ihr den ein oder anderen Pfund bei den Anbietern lassen. Was ihr braucht ist das BritStops-Handbuch und die Plakette, die ihr für knapp 30 Euro online bestellen könnt.

Tipp: BritStops ist nur mit einem Wohnmobil oder Camper nutzbar. Wohnanhänger sind von einer Teilnahme ausgeschlossen.

 

Die Besonderheiten der Campingplätze und Parzellen

Im Großen und Ganzen unterscheiden sich britische Campingplätze nur wenig von kontinentalen. Parzellen sind üblicherweise nicht von Hecken und anderen Pflanzen voneinander abgetrennt – die Campingflächen sind frei und von kleinen Holzpfählen abgesteckt. Fast überall könnt ihr euch bei der Reservierung eines Stellplatzes für folgende Parzellentypen entscheiden: Camping (mit Zelt), Pitch with Awning (Stellplatz mit Markise) oder Pitch without Awning (Stellplatz ohne Markise). Die Frage ist: Wie viel Platz braucht und wollt ihr? Darüber hinaus bieten viele Camping Sites Stellplätze auf Gras („Grass“) oder auf Schotter („Hardstanding“).

Viele Campingplätze haben nur in der Hauptsaison zwischen Ostern und Oktober geöffnet. Das Angebot an ganzjährig geöffneten Plätzen steigt aber. Reserviert eure Stellplätze deshalb am besten einige Tage oder, noch besser, Wochen im Voraus. Natürlich könnt ihr auch spontan einen Stellplatz finden, lauft aber Gefahr, am Eingang abgewiesen zu werden. Campingplätze sind regulär bis ca. 18 oder 20 Uhr geöffnet. Für „Late Arrivals“ gibt es häufig einen Nachtservice. Gebt eine absehbare späte Ankunft gleich bei eurer Buchung mit durch.

 

Einen Wohnmobil-Stellplatz in England finden

Plant eure Route oder Rundreise durch England bequem im Voraus, um auch überall sicher einen Stellplatz reservieren zu können. Natürlich lebt der Urlaub im Wohnmobil auch von einem gewissen Maß an Flexibilität und Spontanität: Doch gerade zur Hauptsaison sind beliebte Urlaubsregionen wie Cornwall, Devon, Lake District oder Schottland schnell ausgebucht. Mit https://www.pitchup.com/ und https://coolcamping.com/ habt ihr verlässliche Adressen, um auch kurzfristig einen Campingplatz in eurer Nähe zu finden. Denkt daran: Ihr könnt nur einen Stellplatz auf Campingplätzen von Camping Clubs reservieren, wenn ihr Mitglied seid. Es gibt auch unabhängige Betreiber von Campingplätzen, bei denen es wahrscheinlicher ist, einen freien Platz Last-Minute zu ergattern.

 

Cornwall im Sommer
Bild: Tea and Scones

 

Wie viel kostet Camping in England?

Camping gehört auch in Großbritannien zu den günstigsten Varianten, Urlaub zu machen. Je nach Saison, Lage, Service und Ausstattung pendeln sich die Preise pro Nacht für zwei Personen zwischen ca. 10 bis 20 Euro ein. Strom ist in den meisten Fällen im Stellplatz-Preis inbegriffen. Nicht selten kommt es vor, dass Campingplätze mit eher konservativer Ausrichtung noch hohe Gebühren für die WiFi-Nutzung verlangen. Doch der Ausbau und das Angebot schreiten ständig voran – frei verfügbares Internet für zahlende Gäste wird immer selbstverständlicher. Beachtet auf jeden Fall die Rabatte, die Mitgliedern der Camping Clubs angeboten werden. Teilweise bis zu 30% Rabatt sind möglich.

 

Frei stehen mit dem Wohnmobil in England – das sind die Regeln

Die Regeln sind klar und lassen doch einen gewissen Spielraum: In England und Schottland dürft ihr nicht frei stehen, wenn es deutlich mit einem Hinweisschild verboten ist. Generell gilt: Kein freies Stehen im öffentlichen Raum ohne Genehmigung einer öffentlichen Behörde und an Straßen, Brücken und Tunneln. Auf Privatgelände benötigt ihr die Genehmigung des Eigentümers. Straßen, Brücken und Tunnel sind ebenfalls ausgeschlossen. In Schottland ist freies Stehen überall erlaubt (ausgenommen Straßen, Brücken, Tunnel) – außer der Besitzer eines privaten Grundstücks verbietet es euch ausdrücklich. Unterschiede zwischen einzelnen Übernachtungen und Campen über mehrere Tage werden nicht gemacht.

 

Foto: Thibaut Marquis / Unsplash

 

Tipp: Steht ihr auf privatem Grund und könnt keine Genehmigung des Eigentümers einholen, verhaltet euch diskret, freundlich und sauber. Spricht euch der Eigentümer an und bittet euch zu gehen, dann tut dies ohne Widerspruch.

 

Camping mit Hund in Großbritannien

Die Briten lieben ihre Hunde und so gehören die Vierbeiner auch beim Camping einfach dazu. Nur auf wenigen, ausgewählten Campingplätzen sind keine Hunde erlaubt. Das ist die absolute Ausnahme. Wenn ihr einen Stellplatz reserviert, meldet euren Hund bei der Buchung mit an – zusätzliche Gebühren werden nicht erhoben. Viele Campingplätze bieten hundefreundliche Services wie separate Gassi-Areale oder Waschstationen. Generell sind Hunde auf dem Campingplatz immer an der Leine zu führen und Häufchen unverzüglich zu entfernen. Was ihr sonst noch alles mit eurem Hund in Großbritannien beachten solltet, erfahrt ihr hier.

 

Bild: Tea and Scones

 

Seid ihr schon einmal mit dem Wohnmobil nach England gereist? Und wie waren eure Erfahrungen? Schreibt mir in die Kommentare!

Eure Simone

 


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