Walled Gardens: Nützliches hinter Mauern

Walled Gardens: Nützliches hinter Mauern

Geheimnisvoll liegen die Walled Gardens inmitten der Parkanlagen und beim Betreten durch Holztüren oder Torbögen fühlt man sich, als ob man eine andere Welt betreten würde. Fast jedes große Landhaus hatte einen von Mauern umgebenen Küchengarten. Er diente dazu, die Bewohner mit Gemüse, Obst und Kräutern zu versorgen. Auch Schnittblumen wurden hier angepflanzt. Ein Hektar Gemüsegarten sollte rund 12 Personen versorgen. Je nach Größe des Hausstands hatte der Küchengarten eine entsprechend große Fläche.


West Dean Gardens - Blick in die Glashäuser
Blick zu den viktorianischen Treibhäusern von West Dean Gardens.


Mikroklima Walled Gardens

Weil das Königreich schon immer mit einem rauen Klima mit Wind und Frost zu tun hatte, nutzte man Mauern, um den Pflanzen einen geschützten Bereich zu geben. Beim Besuch merkt man das sofort: Der Walled Garden ist um einige Grad wärmer als seine Umgebung, es ist weitestgehend windstill, Blumen und Gemüse scheinen hier üppiger zu wachsen.

Ein großer Teil der Mauern besteht aus Ziegeln oder Sandstein. Sie nehmen die Wärme der Sonne gut auf und geben sie nach und nach wieder ab. Das führt dazu, dass Obstspaliere wie Nektarine, Trauben oder Pfirsiche an den Mauern ein Zuhause finden, die hier sonst nicht wachsen wurden. In der Vergangenheit wurden sogar einige Küchengärten mit in den Wänden liegenden Leitungen beheizt, um die Temperaturen noch mehr anzufeuern. In den nordisch gelegenen Anlagen Croxteth Hall in Liverpool oder Eglinton Country Park and Dunmore House in Schottland gab es solch beheizte Mauern.


Der idyllische Pavillon dient zum Lagern von Äpfeln.


Symmetrien: Typisch für die Walled Gardens

Was beim Besuch auffällt, ist die häufig symmetrische Anordnung der Beete. In aller Regel ist der Walled Garden in vier Abschnitte unterteilt, die von vier, aufeinander zulaufenden Wegen begrenzt werden. In der Mitte, wo sich die Wege treffen, befindet sich häufig ein aufwendig gestalteter Brunnen. Durch die geschützten Mauern werden Rehe, Hasen oder Kaninchen ferngehalten.


Mittelpunkt im Küchengarten – der Brunnen.


Drei Walled Garden erleben

Zwar gerieten viele Küchengärten Anfang des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Allerdings haben sie mittlerweile haben eine Renaissance erlebt und wurden zum Teil aufwendig restauriert: zum Beispiel von der britischen Organisation National Trust, die zahlreiche Landhäuser und Parkanlage unter ihre Betreuung genommen hat. Einige Walled Gardens werden heute intensiv bewirtschaftet, andere dienen eher dekorativen Zwecken und erstrahlen mit Stauden aller Couleur.

Wer eine Gartenreise durch Großbritannien unternimmt, wird auf unzählige Walled Garden stoßen. Heute stelle ich euch drei Gärten vor, die in besonderer Erinnerung bleiben:


1. Sussex: West Dean Gardens (Edward James Foundation)

West Dean Gardens ist eine großartige, sehr weitläufige Parkanlage historischem Anwesen in der Nähe von Chichester in Sussex. Neben dem wunderschön angelegten Rosengarten ist der Küchengarten ein wirkliches Highlight und es gibt jede Menge zu entdecken: Gemüsebeete, Obstspaliere, viktorianische Glashäuser und ein Orchideenhaus. In einem idyllischen Pavillon lagern Äpfel. Und in der Gärtnerei am Ausgang gibt es eine große Auswahl typischer Pflanzen, die im Park zu finden sind.
https://www.westdean.org.uk/gardens/explore/walled-kitchen-gardens / Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/westdeangardens/